Lehrer geben sich gute Digitalnoten, doch Schüler sehen das anders

Deutschlands Lehrkräfte geben sich für ihre Digitalkompetenz im Unterricht durchschnittlich die Schulnote 2,3.

Laut einer repräsentativen Bitkom-Umfrage bewerten 64 Prozent der befragten Lehrer ihre Fähigkeiten als gut oder sehr gut. Gleichzeitig befürchten 32 Prozent, mit der rasanten Entwicklung digitaler Technologien nicht Schritt halten zu können. Weitere 21 Prozent fühlen sich häufig unsicher, weil ihre Schüler mit neuen Technologien teilweise besser vertraut sind.

Die Selbsteinschätzung fällt dabei etwas positiver aus als das Urteil der Schüler. Diese hatten die Digitalkompetenz ihrer Lehrer in einer Bitkom-Befragung von 2025 durchschnittlich mit 2,9 bewertet.

Digitalkompetenz: Lehrer wünschen sich mehr Fortbildungen

Besonders beim digitalen Jugendschutz sehen viele Lehrer Weiterbildungsbedarf. Auch der pädagogisch sinnvolle Einsatz digitaler Anwendungen beschäftigt die Befragten.

Bei diesen Themen wünschen sich Lehrer Fortbildungen:

  • Jugendschutz im Netz: 41 Prozent
  • Pädagogische Aspekte digitalen Lernens: 32 Prozent
  • Lernapps und Lernsoftware: 31 Prozent
  • Digitale Werkzeuge für Planung und Bewertung: 29 Prozent
  • Künstliche Intelligenz: 27 Prozent

Weitere 25 Prozent interessieren sich für Fortbildungen zu Urheberrecht und Datenschutz. Allerdings möchten sich 16 Prozent überhaupt nicht zu digitalen Themen weiterbilden.

Bemerkenswert ist die Zustimmung zu verbindlichen Angeboten: 78 Prozent der Lehrer sprechen sich für regelmäßige verpflichtende Digitalfortbildungen aus. Bitkom fordert deshalb feste Zeitbudgets sowie eine stärkere Verankerung digitaler Kompetenzen in Studium und Referendariat.

Für die Untersuchung wurden zwischen Mai und Juni 2026 insgesamt 501 Lehrer der Sekundarstufen I und II telefonisch befragt.

Die Ergebnisse zeigen vor allem eine Diskrepanz zwischen Selbstwahrnehmung und Unsicherheit im digitalen Schulalltag. Gute Kenntnisse von heute reichen schließlich nicht automatisch für die Anwendungen von morgen. Regelmäßige Weiterbildung dürfte deshalb mindestens ebenso wichtig sein wie die technische Ausstattung der Schulen.


mobiFlip bei Google bevorzugen – unsere Beiträge öfter sehen Quelle wählen ↗
Fehler melden 2 Kommentare

   

Durch Kommentieren stimmst du unserer Netiquette und Datenschutzerklärung zu.

  1. MM 🏅

    Wir haben im Betrieb mal Kaufleute für Digitalisierung versucht auszubilden. Das wurde nach dem ersten Ausbildungsjahr (die eingestellten Azubis durften natürlich ihre Ausbildung beenden) wieder eingestellt. Wir konnten denen schlicht nichts beibringen.

  2. Zapustal 🍀

    Naja als wenn die Schüler der Generation Alpha kompetent wären…

    Ausser Tiktok, Snap und Insta mit paar Beauty Filter kommt da nicht viel…